Staatssekretär Michael Ruhl im Gespräch mit einem Mann.

Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat

Behörden beraten zur Afrikanischen Schweinepest

Das Landwirtschaftsministerium informiert gemeinsam mit dem Lahn-Dill-Kreis zu Schutzmaßnahmen gegen die Tierseuche und die geplante Weiße Zone.

Mehr als ein Jahr nach Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Nordrhein-Westfalen (NRW) in unmittelbarer Nähe zur hessischen Landesgrenze befinden sich die Behörden beider Länder weiterhin im Kampf gegen die Tierseuche. Zuletzt konnte die Ausbreitung der ASP erfolgreich eingedämmt werden, sodass bis heute kein Eintrag der Tierseuche nach Nordhessen festgestellt werden konnte.

Gleichzeitig bleibt das Seuchengeschehen in Nordrhein-Westfalen eine Herausforderung für den Schutz entlang der Landesgrenze. Das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) hat deshalb gemeinsam mit dem Lahn-Dill-Kreis bei einer Dialogveranstaltung in Dietzhölztal über die aktuelle Lage, die Schutzmaßnahmen entlang der Landesgrenze und die geplante Einrichtung einer Weißen Zone informiert.

Seit dem ersten ASP-Nachweis in NRW im Juni 2025 hat Hessen frühzeitig Maßnahmen ergriffen, um ein Übergreifen der Tierseuche zu verhindern. Dazu gehören intensive Kadaversuchen im Grenzgebiet sowie der Bau eines rund 60 Kilometer langen, wildschweinsicheren Festzauns als Fernriegel. Weitere Zaunabschnitte entlang der Landesgrenze sowie ein Parallelzaun ergänzen seitdem den Schutz.

Unser Ziel ist klar: Die ASP soll gar nicht erst nach Hessen gelangen.

Michael Ruhl Staatssekretär

Staatssekretär Michael Ruhl, Leiter des ASP-Führungsstabs im HMLU, moderierte die Veranstaltung. „Die Situation in Nordrhein-Westfalen zeigt, dass wir beim Schutz Hessens weiter aufmerksam und konsequent bleiben müssen. Wir haben früh gehandelt und wichtige Schutzmaßnahmen aufgebaut. Unser Ziel ist klar: Die ASP soll gar nicht erst nach Hessen gelangen“, erklärte Ruhl.

Rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich gemeinsam mit den vor Ort zuständigen Veterinärbehörden und dem Führungsstab ASP im HMLU über die Maßnahmen zu informieren und ihre Fragen einzubringen. Im Mittelpunkt standen insbesondere der Verlauf der aktuellen Zaunbaumaßnahmen, die geplante Weiße Zone und die Auswirkungen auf Landwirtschaft, Jagd sowie die Nutzung der Landschaft.

Was ist eine Weiße Zone?

Eine Weiße Zone ist ein durch feste Zäune abgegrenzter Sicherheitskorridor. Ziel ist es, die Wanderbewegungen von Wildschweinen nach außen zu verhindern und einen möglichst wildschweinfreien Bereich zwischen dem betroffenen Gebiet und bislang seuchenfreien Regionen zu schaffen. Dazu werden innerhalb des Korridors intensive Such- und Entnahmemaßnahmen durchgeführt.

Gerade für die Menschen vor Ort ist der Verlauf der geplanten Zäune von besonderer Bedeutung. Deshalb ging es im Rahmen der Veranstaltung auch um konkrete Fragen zur Trassenführung und um die praktischen Auswirkungen der Schutzmaßnahmen.

Einen Blick über die Landesgrenze ermöglichte Dr. Jürgen Harlizius, Leiter der Stabsstelle ASP im Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW. Er berichtete über die Erfahrungen und Maßnahmen im Nachbarland und erläuterte, wie NRW auf das dortige Seuchengeschehen reagiert.

Dank an Behörden, Landwirtschaft und Jägerschaft

„Ich weiß, dass die Zäune für die Menschen vor Ort Einschränkungen mit sich bringen und dass insbesondere beim Trassenverlauf viele Fragen entstehen. Genau deshalb wollen wir nicht nur Maßnahmen verkünden, sondern erklären, zuhören und gemeinsam nach Lösungen für konkrete Fragen suchen“, sagte Ruhl.

Der Staatssekretär dankte zugleich allen, die die Schutzmaßnahmen vor Ort unterstützen: „Mein Dank gilt den Veterinärbehörden, den beteiligten Kommunen, den Landwirtinnen und Landwirten und insbesondere den Jägerinnen und Jägern. Sie alle leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass Nord- und Mittelhessen bislang frei von der ASP geblieben sind. Diese gemeinsame Wachsamkeit und das Engagement vor Ort sind ein entscheidender Teil unserer Vorsorge.“

Das Land und die beteiligten Behörden werden die Entwicklung des Seuchengeschehens in Nordrhein-Westfalen weiterhin eng beobachten und die Schutzmaßnahmen entsprechend der Lage gemeinsam anpassen.

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